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NACHGEFRAGT bei… GfGR DI Norman Pigisch

INFO: Lieber Norman, Du bist seit 2015 als Geschäftsführender Gemeinderat für Bauen und Verkehr zuständig. Das Ressort hat sich quasi von selbst ergeben, denn Du bist im Zivilberuf Verkehrsplaner und hast Dein Büro in Wiener Neudorf.

PIGISCH: Ja, allerdings bin ich als selbständiger Verkehrsplaner nie für die Gemeinde Wiener Neudorf tätig gewesen. Jetzt muss ich mein berufliches Wissen auch mit der Politik verbinden.

INFO: Was ist denn aus Deiner Erfahrung der wesentliche Unterschied?

PIGISCH: Als Verkehrplaner musst Du die Interessen aller Verkehrsteilnehmer nach sachlichen Kriterien berücksichtigen. In der Rolle des Politikers gehts auch darum, die Entscheidungen auch zu vertreten. Es allen recht zu machen ist dabei fast unmöglich…. .

INFO: Stichwort Umbau der Hauptstrasse zwischen Schloßmühlgasse und Linkegasse…..

PIGISCH: Als Lokalpolitiker muss ich natürlich die Anrainer im Blick haben und mich mit Sorgen und Befürchtungen auseinandersetzen. Dabei sind die Parkplätze immer ein großes Thema. Glücklicherweise können wir beim Hauptstrassenumbau – neben gravierenden Verbesserungen für Fussgänger und Radfahrer – auch geringfügig mehr Parkraum schaffen. Am einfachsten gehts dann, wenn wir alle Beteiligten ganz von Anfang an  – also schon im Planungsprozess – einbinden. Hier sind wir in Wiener Neudorf schon ein bißchen die Vorreiter, darauf bin ich stolz.

INFO: Ihr habt sehr viel Arbeit in die Erstellung des sogenannten Generalverkehrsplanes gesteckt  – der aber in der Öffentlichkeit noch wenig wahrgenommen wird. .

PIGISCH: Dennoch ist der Generalverkehrsplan für Wiener Neudorf enorm wichtig. Wir schauen in die Zukunft, wie sich der Verkehr im Ort bis zum Jahr 2030 entwickelt. Dabei kommen zwei Szenarien zum Einsatz: Erstens, was passiert wenn wir nichts tun? Zweitens, was passiert wenn wir bestimmte Maßnahmen setzen? Dabei gehts im wesentlichen um den sogenannten „Modal Split“, also die Verteilung zwischen KFZ, Radfahrer und Fußgänger. Das ist der entscheidende Faktor.

INFO: Trotzdem wird der Verkehr bis dahin immer mehr werden….

PIGISCH: Die absolute Zunahme des Verkehrsaufkommens können wir kaum beeinflussen. Ausserdem produzieren wir als Wiener Neudorfer genug an eigenem Verkehr im Ort, das darf man auch nicht vergessen.Wir können aber dazu beitragen, dass der Umstieg vom Auto auf das Rad oder den Weg zu Fuß im Ort viel attraktiver wird. Mit Tempo 80 auf der A2 und der Untertunnelung der B17 haben wir dazu noch 2 langfristige Vorhaben, die eine massive Erleichterung bringen werden.

INFO: Du bist für Deinen großen Arbeitseinsatz bekannt, organisierst sehr viel beim Familienfest und anderen Veranstaltungen, hast die eigenen Firma und bist auch noch Vater von Zwillingen –  wie schaut Dein Zeitmanagement aus?

PIGISCH: Ich habe – neben der Firma und der Familie – ungefähr 20 Wochenstunden für die Gemeinde zur Verfügung. Meine Frau unterstützt mich jedenfalls sehr – anders würde sich das auch kaum ausgehen.

INFO: Lieber Norman, Danke für das Gespräch!