« Zurück zur Übersicht

NACHGEFRAGT bei … gfGR Erhard Gredler

2_gredler_120Info: 2015 haben die Reformpartner – die Liste Janschka-ÖVP  gemeinsam mit UFO und FPÖ – die Gemeinderegierung gebildet. Herbert Janschka wurde Bürgermeister und Du bist als geschäftsführender Gemeinderat für Vereinsangelegenheiten, Sporthalle und Freizeitzentrum – wie es so schön heisst – angelobt worden. Wieso wurde eigentlich diese Ressortaufteilung gewählt?

Gredler: Ursprünglich war eigentlich die Sicherheit mein Wunschressort. Im Zuge der Koalitionsverhandlungen hat sich dann aber dieses Ressort ergeben. Grundsätzlich kam der Einstieg in dieses Betätigungsfeld aber auch für mich vollkommen überraschend.

Info: Die Interessen hunderter Vereine unter einen Hut zu bringen, klingt nicht einfach. War das vor eineinhalb Jahren für Dich ein Sprung ins kalte Wasser?

Gredler: Natürlich aus der jahrelangen Opposition heraus so eine Aufgabe zu übernehmen, war schon eine große Umstellung für mich. Wir hatten dann 2015 das grosse Vereinstreffen im Migazzhaus wo wir uns als neue Gemeinderegierung vorgestellt – und unsere Ideen präsentiert haben. Das war für mich der eigentliche Startschuss.

Info: Es gibt soviele Verein mit unterschiedlichen Mitgliederzahlen und Schwerpunkten in Wiener Neudorf. Wie hältst Du da den Kontakt?.

Gredler: Bei den Sportvereinen ist der Kontakt besonders einfach, weil ich eingeladen werde und auch gerne die Veranstaltungen besuche. Ich bemühe mich besonders um die Sponsorensuche – das heisst Vereine mit Firmen zusammenzubringen – von denen wir glücklicherweise viele haben. Ich halte das für wichtig, weil die Gemeindegelder werden immer weniger, auch letztes Jahr ist das Budget knapper geworden. Wir haben ein paar Großsubventionsempfänger unter den Vereinen dabei, die das schon merken.

Info: Die Subventionen werden nach welchem Modus vergeben?

Mit dem Vorsitzenden des Subventionsausschusses Michael Gnauer wird die Verteilung unseres Budgets besprochen, im Ausschuss diskutiert und dann im Gemeinderat beschlossen. Die Wünsche der Vereine sind in der Praxis oft doppelt so hoch, wie das was wir erfüllen können. Aber es ist zumindest bereits gelungen, etliche Vereine zu motivieren, sich auch andere Geldquellen zu erschliessen.

Info: Das Freizeitzentrum und die Sporthalle gibt es seit 1984, wird von der Gemeinde betrieben und täglich von hunderten Neudorfern genutzt. Es herrscht durchwegs Zufriedenheit…..….

Gredler: Na ja, ich glaube nicht, dass noch alle zufrieden sind. Das Freizeitzentrum ist einfach in die Jahre gekommen. Wir haben jetzt einmal Architekturstudenten die Pläne evaluieren lassen und sind draufgekommen, dass einige Teile gar nicht so gebaut wurden, wie es in den eingereichten Plänen drinsteht. Wir haben also gar keine exakten Pläne.

Momentan wird das Freizeitzentrum digital erfasst – das ist mit 40.000 Euro auch ein gewisser Aufwand  – danach ist eine Sanierung und Modernisierung geplant. Die Sporthalle ist beispielsweise nicht barrierefrei, das werden wir irgendwann ändern müssen. Auch beim Festsaal ist die Rampe damals eher als Dekorationselement hingebaut worden. In den nächsten Jahren werden wir dort zwischen 5-8 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Info: Du bist nebenbei noch Ortsparteichef der ÖVP und dafür bekannt immer telefonisch erreichbar zu sein, oder rasch zurückzurufen. Eine wieviel-Stunden Woche ergibt das eigentlich?

Gredler: So arg ist es nicht – es geht sich mit 30 bis 35 Stunden aus. Grundsätzlich sehe ich eine moderne Ortspartei als Serviceorganisation für die Menschen. Und wenn Du nicht erreichbar bist, kannst Du kein Service anbieten.

Info: Lieber Erhard, danke für dieses Gespräch