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So gehen wir die Verkehrsprobleme an

pigisch

GsGR DI Norman Pigisch

Seit dem Regierungswechsel im März 2015 habe ich den Fokus auf eine gesamtheitliche Betrachtung des Verkehrs in Wiener Neudorf gelegt.

Ortsentwicklungskonzept

In Konsequenz dessen haben wir in der Gemeinderatssitzung vom 22. Juni 2015 die Erarbeitung eines gesamtörtlichen Entwicklungskonzeptes beschlossen.

Ziel ist es, die Grundlagen für eine äußerst sanfte und umweltorientierte Entwicklung zu schaffen. Für Wiener Neudorf ist die Reduktion der Auswirkungen des Verkehrs das wichtigste Hauptaugenmerk. Und wir müssen die Grenzen der verkehrlichen Belastungen genau festlegen, damit sich größere Bauvorhaben in Hinkunft diesen Grenzen unterordnen. In diesem Sinne werden alle bestehenden Widmungen des Ortes einzeln überprüft, bewertet und entsprechende Maßnahmen (Schutzzonen, Grüngürtel, Umwidmungen, Aufschließungsbe- dingungen usw.) dezidiert festgeschrieben.

Aufgrund der bis 3. Oktober 2016 bestehenden Bausperre muss dieses Konzept bis Mitte Juni fertig gestellt sein und in der Sitzung des Gemeinderates am 27. Juni beschlossen werden. Danach hat die NÖ Landesregierung als Aufsichtsbehörde noch 3 Monate (bis zum Ende der Bausperre) Zeit, das Konzept eingehend zu prüfen. Damit es dabei zu keinen Problemen kommt, stimmen wir uns permanent mit der Landesbehörde ab.

Generalverkehrskonzept

In der Gemeinderatssitzung vom 23.11.2015 haben wir die Erarbeitung eines Generalverkehrskonzeptes für den gesamten Ort beschlossen. Da dieses Konzept eine ganz entscheidende Grundlage für das Ortsentwicklungskonzept ist, arbeiten wir mit unserem Verkehrsplanungsbüro (Fa. IKK) seit Anfang Dezember mit Hochdruck daran, um es bis Mitte Mai fertig zu haben.

Ziel ist die Erarbeitung eines Maßnahmenkonzeptes für alle Verkehrsmittel (Kfz, Öffentlicher Verkehr, Rad, Fuß), sowie die Erstellung von Wirkungsanalysen für unterschiedliche Verkehrsmodelle (B17-Tunnel, B17-Ampelprojekt, WLB 7,5 Min.-Takt Richtung Süden usw.). Als Grundlage wurden bereits die aktuellen Verkehrszahlen der wichtigsten Straßen sowie die Personenzahlen des Öffentlichen Verkehrs exakt erhoben.

B17-Ampelkonzept

Um eine zwischenzeitige Entlastung der B17 zu erreichen, sowie als begleitende Maßnahme zum Tunnel, haben wir gemeinsam mit der NÖ Landesregierung ein B17-Ampelkonzept beauftragt. Durch eine Veränderung der Schaltungen der B17-Ampeln im Norden (A2-Anschlussstelle Mödling) und Süden (Höhe BBC-Straße) soll 10 % des Verkehrs, also ca. 2.000 Kfz, auf die A2 verlagert werden. Dies bei einer gleichzeitigen Temporeduktion von  130 auf 80 km/h. Entlang der B17 sollen dadurch die Schutzwegquerungen verbessert werden, vor allem auf Höhe Hauptstraße/Bahnstraße.

Machbarkeitsstudie B17-Tunnel

Das größte innerörtliche Verkehrsproblem haben wir unbestritten auf der B17 mit derzeit über 21.000 Fahrzeugen pro Tag. Die für uns beste Lösung ist es, den Durchzugsverkehr in einen 740 Meter langen Tunnel (beginnend südlich der Schillerstraße bis Höhe Tennishalle) zu verlegen. Damit bringen wir 55 bis 60 % des Verkehrs von der Oberfläche der Ortsmitte weg. Für diese Maßnahme werden wir heuer ein detailliertes Verkehrsmodell erstellen lassen. Darüber hinaus werden ebenfalls noch heuer eine Grundwasseruntersuchung sowie eine simulierte Lärm- und Abgasuntersuchung im Bereich der beiden Tunnelportale durchgeführt.

Das B17-Tunnelprojekt wurde bereits vor mehr als 10 Jahren gemeinsam mit der NÖ Landesregierung diskutiert und vorangetrieben, dann aber sofort nach der Amtsübernahme durch den damaligen Bürgermeister Wöhrleitner im Jahr 2005 verworfen. Daher mussten wir nunmehr die Verhandlungen neu beginnen und haben leider 10 Jahre verloren, zumal eine Verwirklichung ja einige Jahre dauert.