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Leserbrief zum Thema „Auslagerung der Gebühreneinhebung“

Folgender Leserbrief hat uns erreicht, den wir nach Rücksprache veröffentlichen können/dürfen/sollen:

Die Gemeinde will meine Grundsteuer-, Wasser-, Kanal- und Abfallgebühr-Vorschreibungen nicht mehr selbst bearbeiten sondern lagert sie mit Jahreswechsel an einen gemeinde-fremden Verband aus. Somit gibt der Wiener Neudorfer Bürgermeister die ureigene Aufgabe der Gemeinde, nämlich Abgaben und Steuern vorzuschreiben und einzuheben, aus der Hand.

Von dieser Entscheidung wurde ich nicht von Herrn Wöhrleitner, der bisher als Bürgermeister die Vorschreibungen unterschrieb, informiert. Diese Aufgabe übernahm der „Verband“ mit einem Info-Schreiben, das nicht einmal von einer namentlich zitierten Person unterschrieben war. Allerdings wollte ‚man‘ schon meine Bankverbindung zwecks Lastschrifteinzug! Somit werden die monatlichen Vorschreibungen, die jeder (!) Ortsbürger berappt, künftig nicht mehr von unseren Gemeindebediensteten sondern von einem umsatzorientierten „Gemeindeverband für Abgabeneinhebung und Umweltschutz“ mit Sitz in Maria Enzersdorf bearbeitet werden.

Mir persönlich gefällt das gar nicht. Ich will nicht, dass meine Wohnsitzgemeindesteuern und Abgaben von fremden Personen (eines Verbandes) eingehoben werden. Ich will nicht, dass meine sehr persönlichen Daten einer dritten „Person“ zur Verfügung gestellt werden. Ich will nicht, dass Personen, die noch dazu nichts mit meiner Gemeinde zu tun haben, wissen, wieviel Wasser ich verbrauche, wieviel Abfall ich verursache, auf wieviel Quadratmetern ich wohne und so weiter.

Ich bezahle mit meinen Abgaben ja auch meine Gemeinde mit ihren Bediensteten. Lagert die Gemeinde vielleicht auch bald das Bürgerservice aus? Oder den Wirtschaftshof?

In der Privatwirtschaft gab es in der Vergangenheit einen ausgesprochenen ‚Auslagerungsboom‘. Diese Entwicklung ist stark rückläufig. Man erkannte, dass sich die versprochenen Synergien und Ersparnisse mittelfristig nicht eingestellt haben sondern zusätzliche Kosten verursacht haben. Nun wird vermehrt wieder eingegliedert, was vorher ausgelagert wurde. Das wiederum kostet, denn das Know-how und die technischen Voraussetzungen müssen mühevoll wieder von Null aufgebaut werden. Aber die BürgerInnen haben ja breite Schultern bzw. immer ein offenes Börsel.

N.N. (Name der Redaktion bekannt)