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Wohnbau ABB-Gründe: Alles andere als günstiger Wohnraum für junge Wiener Neudorfer

„Jedem Wiener Neudorfer Kind eine günstige Wohnung“. Mit solchen und ähnlichen Worten versucht die Gemeindeführung den Wiener NeudorferInnen die bereits beschlossene Verbauung der ABB-Gründe mit bis zu 6-stöckigen Wohnblöcken schmackhaft zu machen. Mit angeblich 300 und mehr wohnungssuchenden Wiener NeudorferInnen sowie der „Tendenz zum Singlehaushalt“ will man dieses unsägliche Projekt rechtfertigten.

Bei einer Österreichweiten Geburtenrate von 1,3 bis 1,5 (und einer nahezu identen Geburten- und Sterberate) ist auch Wiener Neudorf keineswegs durch seine Kinder, sondern in erster Linie durch Zuzug von Außerhalb gewachsen, und die Gemeindepolitik wird nicht umhin können sich zu überlegen, wie dieser Zuzug in Zukunft verantwortungsvoll gehandhabt werden soll. Die meisten sind in den letzten 20 Jahren nach Wiener Neudorf gezogen, um ihren Kindern einen kleinen Garten zu ermöglichen oder dem Grünland zumindest näher zu sein. Wenn Wiener Neudorf – wie vom Bürgermeister erstrebt – erst einmal 13.000 Einwohner und mehr zählt, wird von Grünland nichts mehr zu sehen sein. Dann ist es zu spät.

Darüber hinaus: Billig werden die neuen Wohnungen auf den ABB-Gründen sicher nicht sein. Dort baut ein privater Bauträger, bislang ohne jede Objekt-Förderungen. Aus welchen Gründen soll dieser ausgerechnet im „Speckgürtel“ von Wien, wo die Grundstückspreise und die Mieten höher sind als anderswo, billigen Wohnraum anbieten? Die nunmehr verteilten Prospekte zeigen denn auch, dass die Wohneinheiten der ersten Bauphase bis zu EUR 3.000,- pro m2 und darüber kosten werden. Da gehen sich beim besten Willen keine „billigen Wohnungen für junge Wr. NeudorferInnen“ aus.

Zuletzt entspricht eine derartige Bebauung von bis zu 6 Stockwerken in eher engen Abständen der Bauweise der 70er Jahre. So passt es auch gut, dass diese Anlage in der „Franz-Fürst-Straße“ liegen wird, in Erinnerung an den damaligen Langzeit-Bürgermeister dieser Epoche. Die seit dieser Zeit erworbenen Erfahrungen und Erkenntnisse haben allerdings dazu geführt, dass heute verantwortungsvoll, also eher weiträumiger und maximal 4stöckig gebaut wird, um der Anonymisierung solcher Wohnanlagen vorzubeugen. Leider nicht in Wiener Neudorf, wo die mit unserem jetzigen Bürgermeister bislang gemachten Erfahrungen für die letzten Freiflächen dieses Ortes nichts Gutes erahnen lassen.