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Fußballverein: Wer soll das bezahlen – wer hat soviel Geld?

Seit knapp einem Jahr ist die Generalversammlung überfällig. Nachdem jetzt die Bezirkshauptmannschaft davon Kenntnis erlangt hat, ging alles sehr schnell: Am kommenden Montag, 17. Oktober, soll die Generalversammlung mit der Neuwahl des Vorstandes über die Bühne gehen. Interessant wird vor allem der Tagesordnungspunkt, bei dem der Kassaprüfer, Herr Emmerich Neunteufel, dem Plenum zu erklären versuchen wird, warum sein Sohn, SPÖ-GR Markus Neunteufel, als Obmann entlastet werden soll – und mit ihm der Rest-Rumpf-Vorstand der letzten Jahre.

Immerhin hat sich der Fußballverein in der letzten Zeit in einige Gerichtsverhandlungen verwickeln lassen. So wurde die frühere Geschäftsführerin des Restaurantbetriebes kurzerhand vor die Tür gesetzt – mit dem Ergebnis, dass  € 68.000,- (ohne Dienstgeberbeiträge) an ausstehenden Gehaltszahlungen gerichtlich eingeklagt wurden. Das erstinstanzliche Verfahren ist abgeschlossen, der endgültige Spruch des Richters allerdings noch ausständig. Nach einem weiteren Prozess gegen den Betreiber der Fußball-EM-Fanmeile ist der Fußballverein zur Zahlung von € 24.000,- in 4 Raten (beginnend mit Dezember 2011) verurteilt worden. Kommt der Verein diesem Zahlungsplan nicht nach, werden sofort € 40.000,- fällig. Dem Vernehmen nach ist zumindest noch ein weiteres Gerichtsverfahren in Vorbereitung, das dem Verein abermals Geld kosten könnte.

Obwohl der Restaurantbetrieb im Freizeitzentrum (von der Gemeinde an den Fußballverein verpachtet) gemäß den uns vorliegenden Unterlagen durchschnittlich mindestens 20.000,- € im Monat einnimmt, ist angeblich kein Geld da. Dazu kommt, dass unser Bürgermeister seinen Lieblings-Verein unterstützt, wo er kann, und nahezu jede Bewirtung von Gemeindeveranstaltungen an den Fußballverein vergibt. Warum der Fußballverein trotzdem kein Geld hat – und in Hinkunft nicht einmal mehr die Monatspacht an die Gemeinde zahlen möchte – , ist die eine große Frage. Vielleicht bringt die Generalversammlung und der Bericht des Rechnungsprüfers Licht ins Dunkel. Die zweite große Frage ist sicherlich die, wie der Verein – wenn kein Geld vorhanden ist – seine Schulden zu begleichen denkt.