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Klosterareal wird endgültig verbaut! (+ Flugblatt)

Flugblatt zum Herunterladen (.pdf)


Rückblende: Am 10. März fand vor über 60 interessierten Zuhörern eine Sonder-Gemeinderatssitzung zum Thema „Finden eines alternativen Standortes für das Lebenshilfe-Wohnheim“ statt. Möglich gemacht hat dies der eindrucksvolle Erfolg einer Unterschriftenaktion der unabhängigen Bürgerinitiative „Rettet den Klosterpark“ mit mehr als 1.000 Unterschriften. Knapp 1.400 Personen wurden angesprochen und über 70 % haben diese Initiative unterstützt, was in jedem Fall repräsentativ für die Wiener Neudorfer Bevölkerung ist. Das Ergebnis war eindeutig: JA zu einem Lebenshilfe-Wohnheim, aber NEIN zum Standort im Klostergarten.

Als Vize-Bgm. Tutschek an jenem 10. März den Antrag stellte, die von unserer Fraktion eingebrachten Anträge in einem Ausschuss im Beisein der Lebenshilfe und Vertretern der Bürgerinitiative eingehend zu diskutieren, dachte noch viele an einen konstruktiven Vorschlag. Im nachhinein betrachtet, war das nur ein gelungener Versuch, die Öffentlichkeit zu beruhigen und Zeit zu gewinnen.

Schlussendlich wurde klar, dass sie nicht einmal daran denken, über einen alternativen Standort zu diskutieren. Es wurde ständig betont, dass es eine aufrechte Vereinbarung zwischen Gemeinde und Lebenshilfe gäbe. Das ist allgemein bekannt und niemand hat auch nur einen Augenblick daran gedacht, einseitig eine Vereinbarung zu brechen. Aber es war die Möglichkeit und die Chance, die bekannten Alternativen (z.B. Gelände der Alten Volksschule oder die freie Liegenschaft vis-à-vis des Gemeindeamtes) wenigstens zu erörtern und zu prüfen.

Beeindruckend war dann die Stellungnahme des Präsidenten der Lebenshilfe Niederösterreichs, Otto Perny, der die Meinung und den Wunsch der Wiener NeudorferInnen nach einem anderen Standort als „Zuruf von außen“ bezeichnete, durch den man sich weder „beirren“ noch „aufhalten“ lassen werde. Das Projekt werde „durchgezogen“.
SPÖ-Bgm. Wöhrleitner und seine Gemeinderäte nahmen dies wohlwollend und unwidersprochen zur Kenntnis. So lag es an uns klarzustellen, dass es sich keinesfalls um einen „Zuruf von außen“ handelt, wenn die Bevölkerung, also der Eigentümer der Liegenschaft, darum ersucht, eine andere Liegenschaft auszuwählen.

Sowohl die Lebenshilfe, als auch Bgm. Wöhrleitner haben danach getrachtet, keinesfalls eine sachliche Diskussion zuzulassen, sondern haben inständig auf der emotionalen Ebene agiert. Unser Bausprecher, DI Norman Pigisch (immerhin konzessionierter Baumeister), hat dargelegt, dass sich ein Wohnheim sehr wohl auf den alternativen Standorten ausginge. Das aber wollten weder der Bürgermeister noch die Vertreter der Lebenshilfe hören und sind – nach einer Schrecksekunde – wieder auf die emotionale Angriffs-Taktik zurückgekehrt – frei nach dem Motto: „Wer gegen einen Standort im Klostergarten ist, ist automatisch auch gegen die Lebenshilfe!“

Damit ist es jetzt endgültig klar: Das Klosterareal wird verbaut. Den Vertretern der Lebenshilfe mag zugute gehalten werden, dass sie, genauso wie die allermeisten zukünftigen Bewohner, keine Wiener Neudorfer sind und deshalb nicht wissen können, wie wichtig uns dieser Park ist. Aber die Aussage unseres Bürgermeisters, dass nicht der Klosterpark verbaut wird, sondern nur ein „Grundstück im Klosterpark“, zeigt, unter welchen Voraussetzungen diese Diskussion geführt werden musste.

Wir bedanken uns auf diesem Weg noch einmal für das Engagement der drei Initiatorinnen, Daniela Lieben, Mag. Alexandra Zöhrer und Monika Fischer, sowie bei den zahlreichen Unterstützern. Bei ein wenig guten Willen, wäre eine positive Lösung möglich gewesen. Aber die Härte und eigentlich auch die Unsachlichkeit, mit der auf Seiten der Gemeindevertretung und der Lebenshilfe gegen diese Initiative agitiert wurde, hat doch sehr überrascht – und jede objektive Diskussion unmöglich gemacht. Sehr schade!

Herbert Janschka