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Herbert Janschka im Interview

Info: Angenommen, die Wiener Neudorfer entscheiden sich für die ÖVP und Herbert Janschka. Was wird anders werden, als in den letzten 5 Jahren?
Was werden die ersten Schritte sein?

Janschka: Die Wiener Neudorfer kennen meine offene Art, meinen Stil und meine Handschlagqualität. Jedes Unternehmen, auch jede Gemeinde, steht und fällt mit den Finanzen. Zuerst brauchen wir einen Kassasturz. Wir müssen ganz dringend den Schuldenstand senken. Das ist mir schon einmal gelungen. Ich habe im Mai 2000 die Gemeinde mit über 22 Millionen Schulden übernommen und im April 2005 mit unter 16 Millionen übergeben. Jetzt liegen wir knapp bei 30 Millionen. Das wird natürlich ungleich schwerer, aber durch die damit verbundenen Rückzahlungen können wir uns immer weniger bewegen. Das müssen wir vorrangig lösen.

Das gesundheitliche und umweltpolitische Hauptthema ist der Verkehr. Ich bleibe dabei, dass wir dringend eine Temporeduktion auf der A2 brauchen. Der Lärm, vor allem aber die Abgase und die Feinstaubbelastungen, die täglich etwa 140.000 Fahrzeuge verursachen, belasten den ganzen Ort. Dasselbe gilt in gleicher Form für die B17 und die B11. Dass Wöhrleitner jetzt zusätzlich Bebauungsbestimmungen erlassen hat, die Großprojekte mit weiter enormem Verkehrszuwachs erlauben, ist mir schleierhaft und eigentlich fahrlässig. Und: Die Unterführung der B17 ist und bleibt die einzige Antwort, dass unser Ort geeint wird. Es ist völlig untragbar, dass mitten durch Wiener Neudorf eine Straße mit Autobahnverhältnissen existiert. Bei diesen Sachthemen gab es schon immer eine 100 %ige Übereinstimmung mit der Orts-ÖVP und die würden wir sofort angehen.

Info: Dem jetzigen Bürgermeister wird immer wieder Freunderlwirtschaft vorgeworfen.

Janschka: Und das völlig zurecht. Ein Bürgermeister hat neutral, objektiv und überparteilich zu arbeiten. Zumindest ist das mein Amtsverständnis. Was sich da in den letzten Jahren abgespielt hat, schreit wirklich zum Himmel. Da kann ich die harsche Kritik der Opposition und der Bevölkerung nachvollziehen. Denn, was eine Gemeinde von einem Bürgermeister vorrangig verlangen kann, ist, dass er für alle Bürger da ist und alle gleich behandelt.

Info: Auch wenn du dich als krassen Außenseiter siehst – wie lange würde es dauern, bis du als Bürgermeister wieder voll eingearbeitet wärst?

Janschka: Nicht lange. Einige wenige Wochen. Meine Bürgermeisterzeit ist ja noch nicht sehr lange her. Wiener Neudorf hat sich im Grunde nicht gravierend verändert. Nachdem ich nach wie vor im Gemeinderat sitze, bin ich über wichtige Entscheidungen informiert. Alles andere lässt sich in kurzer Zeit nachholen. Außerdem besteht das Gemeindeamt aus einem hervorragenden Team. Mit vielen durfte ich schon 5 Jahre zusammenarbeiten. Ich kenne das Engagement und das Potenzial, das in dieser Mannschaft steckt. Ich weiß, dass es nicht schwer ist und Freude macht, mit diesem Team eine Gemeinde zu führen.